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Phänomenologie

Unser derzeitig bewiesenes Wissen über die Elementarteilchen und ihre Wechselwirkungen spiegelt sich im sog. Standardmodell der Elementarteilchenphysik wider. Das Standardmodell ist im Prinzip eine einzige mathematische Formel, dessen letzte fehlende Komponente das sog. Higgs-Teilchen ist. Die Suche nach dem Higgs-Teilchen, insbesondere die Bestimmung seiner Masse, ist daher eine der vordringlichsten Fragestellungen in der Phänomenologie. Darüber hinaus gibt es weitere theoretische Gründe, nach erweiterten Modellen, also 'jenseits des Standardmodells', zu suchen. In diesen Modellen sind dann typischerweise sehr viel mehr unbekannte Parameter enthalten.


Die Arbeit des Phänomenologen besteht darin, die konkreten Vorhersagen eines vorgegebenen Modells zu berechnen, um diese dann mit experimentellen Messwerten zu vergleichen. Hauptsächlich werden dazu Beschleunigerexperimente genutzt, z.B. der Large Hadron Collider (LHC) am CERN.


Die Arbeitsweise des Phänomenologen gleicht in gewisser Weise einem Detektivspiel: welche Observable haben die größte Sensitivität auf einen gesuchten Parameter, z.B. die Higgs-Masse? Wie kann man Eigenschaften eines unbekannten Teilchens am besten messen? Wie kann man experimentell verschiedene Modelle voneinander unterscheiden? Die Liste der Fragen lässt sich beliebig erweitern und neue Antworten werfen neue Fragen auf.

Einige Themen der aktuellen Forschung:

- Elektroschwache Theorie: Präzisionstests, Higgs-Physik, CP-Verletzung.
- Quantenchromodynamik: Jetphysik, nicht-perturbative Probleme, Renormalonen, Hadron-Spektroskopie
- Jenseits des Standardmodells: Supersymmetrie, exotische Teilchen

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