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Webbanner des 9. FCC Workshops am Max-Planck-Institut für Physik. Collage aus Institutsgebäude und Kreisen mit Informationen.

Bild: Massimo Fiorito/CERN

Teilchenphysik für die nächsten Generationen

Internationaler Workshop zum Future Circular Collider (FCC) am MPI für Physik

Eine spannende Woche am MPI für Physik: Vom 26.-30. Januar 2026 fand hier der 9. FCC Physics Workshop statt. Der Future Circular Collider soll in einigen Jahrzehnten den Large Hadron Collider (LHC) ablösen. Die europäischen Teilchenphysiker:innen sprechen sich klar für dieses Projekt aus und haben eine entsprechende Empfehlung an den CERN-Rat gerichtet. Bei dem anstehenden Treffen diskutieren die Forschenden das wissenschaftliche Potenzial sowie technische und umweltbezogene Aspekte des FCC.

Wie geht es nach der Laufzeit des LHC – voraussichtliches Ende 2041 – mit der Hochenergiephysik weiter? Die Entscheidungsfindung für das nächste Leuchtturmprojekt am CERN erfolgt in einem gemeinschaftsbasierten Prozess, der „Europäischen Strategie für Teilchenphysik“. Diese wurde 2006 initiiert, ihr Status wird alle sieben Jahre aktualisiert. Die dritte und letzte Entscheidungsphase begann im Jahr 2024. Die Koordination liegt in den Händen der Europäischen Strategiegruppe, der Repräsentant:innen der Mitgliedsländer, der assoziierten Nationen, der internationalen Forschungspartner und der wissenschaftlichen Community angehören.

Im Dezember 2025 empfahl die Gruppe den Elektron-Positron-Beschleuniger „Future Circular Collider“ (FCC) als künftiges CERN-Projekt. Diese Empfehlung erfolgte nach einer zehnjährigen Projektplanung, die kürzlich in eine detaillierte Machbarkeitsstudie mündete. Der FCC soll einen Umfang von 91 Kilometern haben und 200 Meter unter der Erde liegen. Die mit diesem Beschleuniger erzeugten Kollisionen hätten eine Intensität und Energie, die hochpräzise Studien des Higgs-Bosons, der elektroschwachen Eichbosonen und des Top-Quarks mit beispielloser Genauigkeit erlauben würden.

Am MPP treffen sich Wissenschaftler:innen, um die nächsten Schritte für das Physikprogramm, die Experimente und die Detektoren zu besprechen. Ihre Diskussionen fließen in die Erstellung des vorläufigen technischen Entwurfsberichts ein, der die wesentliche Grundlage für die Entscheidungsfindung der Mitgliedstaaten darstellt. Die Entscheidung soll im Jahr 2028 fallen. Das Konzept für den FCC ist auf ein breit angelegtes Physikprogramm zugeschnitten. Nach Abschluss der Elektron-Positron-Phase sind Proton-Proton-Kollisionen mit bisher unerreichten Energien vorgesehen. 

Die wissenschaftliche Zielsetzung lautet, die meisten offenen Fragen zu den grundlegenden physikalischen Gesetzen der Natur zu beantworten: Was ist der Ursprung des Higgs-Bosons, was sind seine spezifischen Eigenschaften? Wie lässt sich die offensichtliche Hierarchie der Massen bei Elementarteilchen erklären? Warum leben wir in einem von Materie dominierten Universum? Woraus besteht Dunkle Materie? Welche Physik erwartet uns jenseits des Standardmodells?

Neben der Weiterentwicklung des Physikprogramms setzt sich der Workshops auch damit auseinander, den FCC so ressourceneffizient und nachhaltig wie möglich zu realisieren. Dabei sollen auch die lokalen und globalen sozioökonomischen Auswirkungen des Projekts berücksichtigt werden. Für den Workshop spielt es außerdem eine große Rolle, junge Wissenschaftler:innen aktiv einzubinden – als spätere Führungspersönlichkeiten in der Teilchenphysik und deren Leuchtturmprojekt.