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CTA-Observatorium: Abkommen für Standort in Chile steht

Jetzt ist es offiziell: Die etwa 100 Teleskope des CTA-Observatoriums (CTAO) auf der Südhalbkugel kommen nach Chile. Gestern, am 19. Dezember 2018, unterzeichneten das CTAO und die Europäische Südsternwarte ESO mehrere Abkommen für einen Standort unweit des Paranal-Observatoriums in der Atacama-Wüste.

Die Teleskope des CTA-Observatoriums auf der Südhalbkugel (Bild: CTAO/M-A. Besel/IAC (G.P. Diaz)/ESO)

In unmittelbarer Nähe zu den ESO-Teleskopen VLT und ELT: Das Gelände des südlichen CTA-Observatoriums in der Atacama-Wüste (Bild: ESO)

Mit der schriftlichen Vereinbarung kann das CTAO mit dem Bau seines südlichen Teleskop-Parks beginnen. Für den Standort auf der nördlichen Hemisphäre, der kanarischen Insel La Palma, gibt es bereits entsprechende Verträge mit dem Observatorium „Roque de los Muchachos“. Die Bauarbeiten an beiden Dependancen sollen im Jahr 2020 beginnen.

Das CTA (Cherenkov Telescope Array) bildet die nächste Generation von Instrumenten, mit denen sich Gammastrahlen von der Erde aus beobachten lassen. Gammastrahlen sind das energiereichste Licht im elektromagnetischen Spektrum. Sie stammen von den heißesten und aktivsten Objekten im Universum – zum Beispiel von massereichen Schwarzen Löchern, Sternexplosionen und möglicherweise auch Überresten des Urknalls. Um den gesamten Himmel durchsuchen zu können, hat das CTA zwei Standorte: 19 Teleskope werden auf der Nord-, 99 auf der Südhalbkugel errichtet.

Das Max-Planck-Institut für Physik leitet das Programm für die Entwicklung und die Konstruktion des Large-Sized-Teleskops (LST), der größten Teleskop-Klasse im Observatorium. Der Prototyp wurde im Oktober 2018 eingeweiht – Vorreiter für drei weitere LSTs auf La Palma und vier weitere am neuen Standort in Chile.

Das CTA-Areal in Chile befindet sich weniger als elf Kilometer südöstlich des Paranal-Observatoriums der ESO in der Atacama-Wüste, wo das VLT (Very Large Telescope) steht. Die Entfernung zum im Bau befindlichen Extremely Large Telescope (ELT) beträgt 16 Kilometer.

Die Region zählt zu den trockensten und verlassensten Gegenden der Erde – paradiesische Zustände für Astronomen, die dort das ganze Jahr über ideale Beobachtungsbedingungen vorfinden. Darüber hinaus bietet der Chile-Standort weitere Vorteile: Das neue CTA-Observatorium entsteht in unmittelbarer Nähe einer bereits vorhandenen Infrastruktur und kann sich auf die Expertise der ESO stützen.