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100 Jahre Max-Planck-Institut für Physik

Das Max-Planck-Institut für Physik begeht seinen 100. Jahrestag: Am 1. Oktober 1917 nahm das damalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik unter Direktor Albert Einstein seine Arbeit auf. Dieses Jubiläum feiert das MPI für Physik mit einem wissenschaftlichen Symposium, das vom 10. bis 12. Oktober 2017 stattfindet. Ein anschließender Festakt mit Abendprogramm beschließt die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Instituts.

Werner Heisenberg an der Tafel: Der Wissenschaftler war langjähriger Direktor und eine der prägendsten Figuren des Max-Planck-Instituts für Physik, das noch heute seinen Namen trägt. (Foto: Gerhard Gronefeld)

Im Oktober 2017 erinnert das Max-Planck-Institut für Physik (Werner-Heisenberg-Institut) an seine 100-jährige Geschichte. Aus diesem Anlass veranstaltet das Institut ein Symposium: Namhafte Wissenschaftler geben einen Rückblick auf die historischen Entwicklungen in der (Teilchen)-Physik – und diskutieren aktuelle, spannende Forschungsfragen in diesem Themenfeld.

Für den Festakt am 12. Oktober 2017 haben Staatsministerin Ilse Aigner, Stadträtin Kristina Frank und der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft Prof. Dr. Martin Stratmann zugesagt. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Siegfried Bethke, Direktor am MPI für Physik. Ein Abendprogramm mit Physik-Kabarett und Live-Musik runden die Feierlichkeiten ab.

Geschichtlicher Hintergrund

Vor 100 Jahren gründete die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Vorgängerin der heutigen Max-Planck-Gesellschaft, ein neues Physik-Institut. Erster Direktor des damaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik war Albert Einstein, seine Privatwohnung in Berlin die erste Adresse des neu gegründeten Instituts. 

Einstein und sein Mentor Max Planck hatten zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Quanten- und Relativitätstheorie eine neue Epoche der Physik eingeleitet. Dafür erhielten Planck 1918 und Einstein 1921 den Physik-Nobelpreis. 1922 wurde Max von Laue, ebenfalls Physik-Nobelpreisträger (1914), Vizedirektor des Instituts.

Nachdem die Nationalsozialisten 1933 die Macht in Deutschland übernommen hatten, emigrierte Einstein noch im selben Jahr in die USA. Der holländische Physiker und Chemie-Nobelpreisträger von 1936, Peter Debye, leitete nach dem Weggang Einsteins das Institut.

Im Jahr 1938 bezog das Institut ein von der Rockefeller Foundation finanziertes Forschungsgebäude in Berlin-Dahlem. Zu den Forschungsgebieten des damaligen Instituts zählten neben Quantenphysik und Relativitätstheorie auch die Kern-, Tieftemperatur- und Hochspannungsphysik.

Kurz nach Kriegsbeginn im Jahr 1939 wurde das Institut dem Heereswaffenamt unterstellt. Zusammen mit anderen Physikern, darunter Otto Hahn und Carl Friedrich von Weizsäcker, wurde Werner Heisenberg, damals Wissenschaftler am KWI für Physik, in das dort initiierte Uranprogramm berufen – mit dem Ziel sowohl zivile als auch militärische Einsatzmöglichkeiten der Kernspaltung zu erforschen.

Als der Versuch, Uran 235 anzureichern – Voraussetzung für den Bau einer Atombombe – letztlich gescheitert war, ging das Institut 1942 wieder in zivile Nutzung über. Als Direktor wurde Werner Heisenberg berufen.

Nach dem Ende des Dritten Reichs fand das frühere KWI als „Max-Planck-Institut für Physik“ seinen neuen Standort in Göttingen. Unter Direktor Werner Heisenberg zog das Institut 1958 nach München in sein heutiges Gebäude, das nach dem Entwurf des bekannten Architekten Sep Ruf errichtet wurde.

In den Folgejahren gingen aus diesem MPI verschieden Tochtereinrichtungen hervor. 1960 entstand das MPI für Plasmaphysik. Das Teilinstitut für extraterrestrische Physik wurde 1963 gegründet, die astrophysikalische Abteilung zog 1979 nach Garching. Seit 1991 sind die beiden ehemaligen Teilinstitute eigenständige Max-Planck-Institute für Astrophysik bzw. extraterrestrische Physik. 

Der aktuelle Forschungsschwerpunkt des MPI für Physik ist die theoretische und experimentelle (Astro-)Teilchenphysik. Dabei befassen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Ursprung und den Wechselwirkungen von elementaren Teilchen und Kräften – und deren Bedeutung für die Entwicklung des Universums.