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Neue Heimat für das MPI für Physik

Das Max-Planck-Institut für Physik bekommt einen neuen Standort. Der Forschungsneubau entsteht derzeit auf dem Gelände des Forschungszentrums Garching, in unmittelbarer Nähe zu den MPIs für Plasmaphysik und extraterrestrische Physik. Der Einzug ist im Jahr 2022 geplant.

Warum zieht das Institut in ein neues Forschungsgebäude?

Das aktuelle Institutsgebäude am Föhringer Ring in München Freimann-Schwabing entspricht nicht mehr heute üblichen Standards für ein experimentell arbeitendes Forschungsinstitut. Technische Umbauten oder Erweiterungen des aktuellen Gebäudes sind nur eingeschränkt möglich. Denn das vom bekannten Münchner Architekten Sep Ruf geplante und 1958 eingeweihte Gebäude steht unter Denkmal- und Ensembleschutz.

Um den gestiegenen Anforderungen aktueller und künftiger Forschungsprojekte an die Größe, Aufteilung und technische Infrastruktur zu genügen, benötigt das MPI für Physik einen Neubau, der in Garching errichtet werden soll.

Der Neubau

Der Entwurf des Neubaus stammt vom Münchner Architekturbüro Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten. Dieser sieht zwei räumlich getrennte Einheiten vor: Im größeren Gebäudeteil befindet sich der Labor- und Bürotrakt, daneben – und über mehrere Innen- und Außenzugänge erreichbar – der Werkstattbau für verschiedene Abteilungen.

Nach außen präsentiert sich der Neubau mit einer Fassade, die beide Gebäudeteile zu einem Ensemble verbindet. Der Eingang ist nach Westen zur Boltzmannstraße ausgerichtet. Der darüber liegende Seminarraum ragt aus dem Gebäude heraus und setzt den Eingangsbereich wirkungsvoll in Szene.

Ein wichtiges Anliegen des MPI für Physik war es, möglichst viele informelle Kommunikationsräume zu schaffen, um den Austausch unter den Wissenschaftlern zu fördern. Es gibt daher im Gebäude verteilte Sitzgelegenheiten sowie einen begrünten Innenhof, der unter anderem von der Bibliothek aus erreichbar ist.

Prinzip Nachhaltigkeit

Bei Forschungsgebäuden hat die Versorgungssicherheit oberste Priorität, sei es Strom, Wasser oder das reibungslose Funktionieren von Kältesystemen. Unabhängig davon legt das MPI für Physik großen Wert auf Nachhaltigkeit. Daher wurde bei der Planung der Anlagen darauf geachtet, den Energieverbrauch zu reduzieren.

Bei der Gestaltung des Außenbereichs stehen der Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt im Vordergrund. Die Landschaftsplaner setzen hier auf Blumenwiesen, Grünflächen mit blühenden Stauden sowie fruchttragende Bäume, die zahlreichen Insekten- und Vogelarten Nahrung und Lebensraum bieten. Für Vögel und die auf dem Campus lebenden Fledermäuse werden überdies eigene Nistplätze geschaffen.

Nähe zu anderen Forschungsinstituten

Mit dem Umzug nach Garching rückt das Institut in unmittelbare Nähe zu anderen Physik-Instituten der Max-Planck-Gesellschaft. Die Physikerinnen und Physiker der Institute arbeiten zum Teil in gemeinsamen Forschungsprojekten. Auch mit der LMU und TUM bestehen Kooperationen, die von der räumlichen Nähe profitieren werden.

Damit werden auch die MPI wieder näher zusammengeführt, die historisch betrachtet ohnehin gemeinsame Wurzeln haben: Bei den Max-Planck-Instituten für Plasmaphysik, für extraterrestrische und für Astrophysik handelt es sich um ehemalige Teilinstitute des MPP, die nach und nach ausgegliedert wurden.