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Neutrinos im Visier: neue Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Physik

Experimentelle Neutrinophysik – das ist der Schwerpunkt einer neuen Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Physik. Geleitet wird die Gruppe von Susanne Mertens, die bisher am KATRIN und Majorana-Experiment am Karlsruhe Institut für Technologie und Lawrence Berkeley National Laboratory mitgearbeitet hat. Am MPP beschäftigt sich Mertens' Team mit der Suche nach sterilen Neutrinos und der Erforschung des neutrinolosen doppelten Betazerfalls.

Dr. Susanne Mertens (Foto: privat)

Mit ihrer neuen Position am MPP erhält Mertens auch eine Tenure Track-Professur an der Technischen Universität München (TUM). Grundlage dafür ist ein gemeinsames Programm von Max-Planck Gesellschaft und TUM, das jungen, hoch qualifizierten Forschern einen langfristig planbaren Karriereweg ermöglicht.

Die neue Gruppe beschäftigt sich mit experimenteller Neutrinophysik: Ein Thema dabei ist die bisher unbekannte Masse von Neutrinos, die das KATRIN-Experiment erforscht, an dem Mertens mehrere Jahre lang mitgewirkt hat.

Am MPP fokussiert sich die Gruppe auf das im Jahr 2012 von Mertens initiierte TRISTAN-Projekt: Dort wird nach einem sterilen Neutrino gesucht, dessen Masse im Kiloelektronenvolt-Bereich liegt. Diese Neutrino-Variante ist ein möglicher Kandidat für Dunkle Materie. Auf diesem Gebiet arbeitet das Team eng mit der theoretischen Physik am MPP zusammen. 

Das zweite Thema ist der doppelte neutrinolose Betazerfall, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Majorana-Experiment beobachten wollen. Der Versuch ist im US-amerikanischen Sanford-Untergrundlabor angesiedelt. Hier setzt die Gruppe auf Synergien mit dem GERDA-Experiment, an dem das MPP ebenfalls beteiligt ist.

Seit ihrem Bestehen am MPP organisierte die Gruppe zwei international besetzte wissenschaftliche Veranstaltungen: das TRISTAN-Meeting und einen Analyse-Workshop, die jeweils in München stattfanden.

Kontakt:

Dr. Susanne Mertens
Max-Planck-Institut für Physik
+49 89 32354-590