Zwei Preisträger der Alexander-von-Humboldt-Stiftung am MPP

Mit Paolo Nason und Niccolò Cribiori heißt das Max-Planck-Institut für Physik (MPP) zwei Stipendiaten der renommierten Alexander von Humboldt-Stiftung willkommen. Am MPP forschen die beiden italienischen Wissenschaftler auf zwei unterschiedlichen Gebieten der theoretischen Physik: Nason in der Abteilung "Innovative Methoden der Teilchenphysik", Cribiori in der Abteilung "Stringtheorie".

Alexander-von-Humboldt-Fellows: links Prof. Dr. Paolo Nason, Gast von G. Zanderighi, rechts Dr. Niccolò Cribiori, Gast von R. Blumenhagen (Fotos: privat; Vera Kudrin/MPP)

Alexander-von-Humboldt-Fellows: links Prof. Dr. Paolo Nason, Gast von G. Zanderighi, rechts Dr. Niccolò Cribiori, Gast von R. Blumenhagen (Fotos: privat; Vera Kudrin/MPP)

In Anerkennung seiner herausragenden Leistungen in Forschung und Lehre erhält Paolo Nason (Universität Mailand) den Carl Friedrich von Siemens-Forschungspreis. Nason leistete bahnbrechende Beiträge zur theoretischen Collider-Physik. Seine

Forschungen führten zu Berechnungen von Ereignisraten und Verteilungen von Streuprozessen, die am LHC gemessen werden, mit noch nie dagewesener Präzision. Einige seiner älteren Veröffentlichungen wurden zu Standardwerken, und seine neueren Arbeiten treiben den Stand der Technik in diesem Bereich weiter voran.

Am MPP arbeitet er mit der Direktorin Giulia Zanderighi zusammen. Nason und Zanderighi haben kürzlich gezeigt, dass die Protonen in den LHC-Protonenstrahlen einen nicht zu vernachlässigenden Leptonenanteil aufweisen, und diesen Anteil genau berechnet. Dies eröffnet mehrere zukünftige Forschungsrichtungen, die sie in ihrer Zusammenarbeit verfolgen und vertiefen werden.

Der Postdoktorand Niccolò Cribiori hat ein Humboldt-Forschungsstipendium für einen zweijährigen Forschungsaufenthalt am MPP erhalten. Er promovierte 2018 an der Universität Padua und nahm anschließend eine Postdoc-Stelle an der Technischen Universität Wien an.

Cribiori befasst sich mit verschiedenen Themen der Stringtheorie. Dazu gehört das sogenannte Swampland-Programm. Dessen Ziel ist es, eine Reihe von relativ einfachen Regeln für effektive Feldtheorien mit niedriger Energie aufzustellen, damit eine Einbettung in eine Theorie der Quantengravitation möglich wird. Am MPP arbeitet Cribiori zusammen mit dem Stringtheoretiker Ralph Blumenhagen daran, das Swampland-Programm zu verfeinern und auf die Probe zu stellen.

„Mit den zwei Alexander-von-Humboldt Fellows begrüßen wir einen vielversprechenden jungen und einen erfahrenen Wissenschaftler am MPP”, sagt Giulia Zanderighi. “Wir freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit und hoffen auf interessante Entwicklungen in den beiden Forschungsbereichen.“