applicationContext = Production

MAGIC – Major Atmospheric Gamma Imaging Cherenkov Telescope

Die MAGIC-Teleskope am Roque de los Muchachos auf La Palma
Die MAGIC-Teleskope am Roque de los Muchachos auf La Palma (Bild: R. Wagner)

Die beiden MAGIC-Teleskope sind mit einer Gesamtspiegelfläche von jeweils 17 Metern Durchmesser die empfindlichsten Tscherenkow-Teleskope der Welt. Dies gilt insbesondere für den Energiebereich von unter 200 Gigaelektronenvolt (GeV). MAGIC richtet seine Augen auf Objekte, die Gammastrahlen von 30 GeV bis hin zu 100 TeV (Teraelektronenvolt) aussenden.

Das Teleskop-Duo befindet sich in 2.200 Metern über dem Meeresspiegel auf der Kanareninsel La Palma, wo ein meist klarer Himmel und geringe Lichtverschmutzung optimale Beobachtungsbedingungen bieten. Das Max-Planck-Institut für Physik (MPP) führt den Forschungsverbund von etwa 165 Astrophysikern in 24 Forschungseinrichtungen aus elf Ländern. Sie sind für die Konstruktion, den Betrieb und die Wartung der Teleskope verantwortlich. MAGIC liefert den Wissenschaftlern ausgezeichnete Daten, um mehr Wissen über geheimnisvolle Objekte und die extremsten Vorgänge im Universum zu gewinnen.

Entdeckungen mit MAGIC

Die beiden MAGIC-Teleskope sind seit 2003 beziehungsweise 2009 in Betrieb. Das MPP war maßgeblich an Entwicklung und Bau der mechanischen Struktur, der Kameras und dem Kalibrierungssystem beteiligt.

Seit seinem Bestehen hat MAGIC eine Vielzahl wertvoller wissenschaftlicher Erkenntnisse geliefert - hier einige Beispiele:

Spitzenwerte am Krebspulsar

Am Krebspulsar hat MAGIC die bisher größte an einem Stern gemessene gepulste Gammastrahlung entdeckt: Die Pulse erreichten Energie-Spitzenwerte von bis zu 1,5 Teraelektronenvolt. Mit welchem Mechanismus geladene Teilchen auf so hohe Energien beschleunigt werden, ist aber noch unklar.

Himmelslabor für Blazare

Zusammen mit anderen Instrumenten wie Fermi-LAT, VERITAS und H.E.S.S untersucht MAGIC die elektromagnetischen Spektren der nahegelegenen Blazare Markarian 421 und Markarian 501. Diese bilden ein "Versuchslabor" für die Untersuchung entfernter aktiver Galaxienkerne.

Rekordmessung bei Galaxien

In Galaxien spielen sich heftige Prozesse ab, die wesentlich energiereicher sind als bis vor kurzem angenommen. Darauf deuten Beobachtungen der beiden Galaxien PKS 1441+25 und QSO B0218+357 hin. Sie sind die am weitesten entfernten Galaxien, bei denen je Gammastrahlen entdeckt wurden. Damit lässt sich untersuchen, wie transparent das Universum ist. QSO B0218+357 ist zudem die erste Galaxie, bei der die hochenergetische Gammastrahlung mithilfe des Gravitationseffekts entdeckt wurde.

Informationen zur MAGIC-Gruppe

Aktuelle Meldungen

20.09.2017

Was macht die Teilchen der allgegenwärtigen kosmischen Strahlung so energiereich? Als natürliche Teilchenbeschleuniger kommen Supernova-Überreste infrage. Cassiopeia A ist eines dieser Objekte und damit ein möglicher Energielieferant. Aktuelle Untersuchungen (1) mit den MAGIC-Teleskopen zeichnen...

Weiterlesen
03.11.2016

Nie zuvor haben Astrophysiker derart energiereiches Licht von einem so weit entfernten Himmelsobjekt gemessen. Vor etwa 7 Milliarden Jahren ereignete sich eine gewaltige Explosion am schwarzen Loch im Zentrum einer Galaxie. Es folgte ein intensiver Gammastrahlen-Ausbruch. Verschiedenen Teleskopen,...

Weiterlesen
13.01.2016

Der Krebspulsar stellt einen neuen Rekord auf: Der Neutronenstern im Krebsnebel sendet die energiereichste Lichtstrahlung aus, die je an einem Stern gemessen wurde. Diese Beobachtung könnte unser heutiges Verständnis von Pulsaren in Frage stellen. Außerdem gibt es offenbar einen neuen, bisher wenig...

Weiterlesen
16.12.2015

Erstmals haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Gammastrahlung bei einer bekannten, weit entfernten Galaxie beobachtet. Im Zentrum der aktiven Galaxie PKS 1441+25 befindet sich ein massereiches schwarzes Loch, das von einer leuchtenden Materiescheibe umgeben ist. Die aktuelle Beobachtung...

Weiterlesen
07.07.2015

Hoher Besuch am Instituto de Astrofísica de Canaria (IAC) auf Teneriffa: Der König von Spanien, Felipe VI., war Ehrengast bei den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des IAC. Am Folgetag besuchte der Monarch auch das MAGIC-Teleskop auf der Insel La Palma und ließ sich dort ausführlich über...

Weiterlesen
06.07.2015

In der Umgebung von supermassereichen schwarzen Löchern, die in den Zentren fast aller Galaxien lauern, spielen sich turbulente Vorgänge ab. Sie verschlucken von außen einströmende Materie und erzeugen gleichzeitig Gasstrahlen – sogenannte Jets –, die in zwei entgegengesetzte Richtungen ins All...

Weiterlesen
06.11.2014

Die Radiogalaxie IC 310 im Sternbild Perseus ist ungefähr 260 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. In ihrem Zentrum vermuten die Astronomen ein supermassives Schwarzes Loch. Dort ereignete sich ein außergewöhnlich starker Ausbruch von Gammastrahlen, den die MAGIC-Teleskope auf der...

Weiterlesen

Gruppenmitglieder

Name Funktion Durchwahl www

Besenrieder, Jürgen

Engineering 224

Ceribella, Giovanni

PhD Student 259

Chai, Yating

PhD Student 312

Green, David

Scientist 289

Hahn, Alexander

Student 421

Ishio, Kazuma

PhD Student 421

Mirzoyan, Razmik, Dr.

Scientist 328

Paneque, David, Dr.

Scientist 349

Peresano, Michele

PhD Student 259

Strom, Derek

Scientist 422

Strzys, Marcel

PhD Student 259

Will, Martin, Dr.

Scientist 291

van Scherpenberg, Juliane

Student 421

Termine

Zeit Sprecher Titel

Fri 15. Dec10:00

MAGIC & CTA Group Meeting

Mon 26. Feb14:00

MAGIC Physics Spring Meeting 2018

Schlüsselpublikationen

Detection of very high energy gamma-ray emission from the gravitationally-lensed blazar QSO B0218+357 with the MAGIC telescopes
MAGIC Collaboration
arxiv:1609.01095

Teraelectronvolt pulsed emission from the Crab Pulsar detected by MAGIC
MAGIC Collaboration
Astronomy & Astrophysics, Volume 585 (January 2016)
doi:10.1051/0004-6361/201526853

Very high Energy γ-Ray from the universe’s middle age: Detection of the z = 0.940 Blazar PKS 1441+25 with MAGIC
Magic Collaboration
The Astrophysical Journal Letters, 815:L23 (8pp), 2015 December 20
doi:10.1088/2041-8205/815/2L23